Schlussfolgerungen - oliverbra/Projekt1_HCI_TeamCMTO GitHub Wiki

In diesem Projekt haben wir zum einen die Value Proposition für unseren MVP definiert und zum anderen eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Auf Basis der erlangten Erkenntnisse haben wir dann die Funktionalitäten und das Werteversprechen in verschiedenen Storyboard visualisiert, um das gemeinsame Verständnis festzuhalten. Das Ziel, was wir uns dafür gesetzt haben, war eine summative Evaluation des MVP’s. Dafür hatten wir folgende Leitfragen formuliert:

  • Decken die Funktionen des MVP die grundsätzlichen Anforderungen an ein wertiges Produkt?
  • Durch welche Maßnahmen kann der MVP dem Werteversprechen näher gebracht werden?

Diese Leitfragen sollen nun durch Zusammenfassen der Ergebnisse und Schlussfolgerungen beantwortet werden. Zudem werden mögliche Maßnahmen priorisiert, um einen Ausblick für ein Fortführen des Projektes zu geben.

Generell ist zu sagen, dass der MVP mit den grundlegenden Funktionen einen mäßigen Wert für die Zielgruppe bietet. Zwar ist es bereits ein Mehrwert, dass andere Grow Spaces betrachtet werden können, um Inspiration zu holen, dennoch fehlen es den aktuellen Funktionen an Tiefe vor allem im Bezug auf das Wissen, welches weiter gegeben wird, in Form von Bewertungen und bei dem Matchmaking der Grow Spaces.

Um die Maßnahmen zu priorisieren, haben wir ein Miro-Template für die 2x2 Priorisierungsmethode genutzt. In dieser Methode werden die Maßnahmen auf einem Graph mit den Achsen Low Value - High Value und Low Effort - High Effort eingeteilt. Auf Basis der Einteilung in die Ausmaße Wert und Aufwand kann dann das weitere Vorgehen für jede Maßnahme entscheiden werden. Im Folgenden werden nun die Schlussfolgerungen, die sich aus dem Vorgehen ergeben haben, und die zugehörige, nötigen Maßnahmen erläutert.

Maßnahmen

Do it now (Low Effort - High Value)

Eine wichtige Entscheidung, die nochmal überdacht werden muss, wäre die der Expertenrolle. Für den MVP haben wir keine explizite Expertenrolle oder ähnliches mit in dem Umfang genommen, da Experten auch ohne eine spezifische Rolle existieren und auch ohne spezifische Kennzeichnung ihr Wissen weiter geben können. Allerdings haben wir herausgefunden, dass bei Wissenslücken die Informationen und Hilfe aus vertrauenswürdigen Quellen geschöpft wird, wie direkt im Fachhandel, über Literatur und vor allem bei vertrauten Freunden und Bekannten. Daraus lässt sich schließen, dass sich Hobbygärtner*innen neben der sehr vielfältigen Internetrecherche durchaus auf qualifizierten und vertrauenswürdigen Aussagen beruhen. Daher würde es einen relevanten Mehrwert bieten, wenn die erhaltenden Bewertungen von einem Experten oder einer Person, die bereits viel Wissen erlangt hat, gekennzeichnet würden. Dadurch wird Transparenz gegenüber den Benutzer:innen geschaffen, inwiefern eine Bewertung valide ist oder nicht. Die Benutzer:innen könnten besser einschätzen, in welchem Ausmaß sie der Bewertung vertrauen. Dafür sollen die Experten oder die Personen mit einem erweiterten Wissensstand durch ein Badge oder ein Icon erkenntlich gemacht werden. Ähnliche Beispiele lassen sich bei verifizierten Personen in Social Media wie Twitter oder Instagram begutachten. Die zunächst einfachste Möglichkeit dieses Abzeichen zu erhalten, mit einem geringen Aufwand in der Umsetzung, könnte das Erreichen eines bestimmten Punktestands und das Level sein.

Nichtsdestotrotz ist es wichtig zu beachten, dass auch Experten fehlerhafte Tipps geben können, wie wir in den Interviews erfahren haben. Daher würde es ein Mehrwert bieten, wenn Benutzer:innen ihre erhaltenden Bewertungen validieren könnten. Sie sollen angeben können, ob die Bewertung hilfreich war oder nicht. Dadurch bekommen die Personen, die die Bewertung geschrieben haben, Feedback und können ihre Hilfestellungen reflektieren.

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass alle Grow Spaces sehr individuelle Rahmenbedingungen folgen. Ergebnisse aus Interviews und Umfragen haben gezeigt, dass jeder Grow Space sehr individuell ist und dadurch das Sammeln von Inspiration und die Wissensweitergabe abhängt. Besonders beeinflusst wird dieser Aspekt durch die Umweltbedingungen, wie Lichtverhältnisse oder Erdbeschaffenheit, und macht stark abhängig welche Pflanzen genutzt werden können. Im Rahmen von Projekt I waren bereits weitere Attribute für einen Grow Space angesetzt, aber nicht im MVP umgesetzt. Diese Attribute umfassen unter anderem die Erdbeschaffenheit und weitere Umweltbedingungen, durch die ein Grow Space geprägt sein kann. Allerdings wurde entschieden, diese nicht in den MVP zu integrieren, da die Angabe zu komplex für unerfahrene Hobbygärtner*innen sein könnte und noch zusätzliche Recherche benötigt hätte, welche nicht im Rahmen des Moduls gewesen wäre. Nach den aktuellen Erkenntnissen zu Folge, sollte diese Entscheidung überdacht werden. Um diesem Aspekt, der Rahmenbedingungen eines Grow Space, entgegenzukommen, sollten die angedachten Attribute lieber in den MVP übernommen werden. Es bildet einen unerlässlichen Bestandteil, um einen Grow Space realitätsgetreu und informativ darstellen zu können. Aufgrund der tiefgehenden Recherche, die für diese Maßnahme benötigt wird, wird der Aufwand etwas höher eingestuft.

Do it next (High Effort - High Value)

Um passende Inspiration sammeln und fundierte Hilfestellung geben zu können, ist es nicht nur wichtig, dass die Grow Spaces mit ihren individuellen Gegebenheiten dargestellt, sondern auch, dass den Benutzer:innen primär Grow Spaces mit ähnlichen Bedingungen vorgeschlagen werden. Aktuell geschieht die Zuteilung von Grow Spaces rein zufällig. Allerdings wäre es wertiger, wenn zufällig angezeigte Grow Space im Kontext zum eigenen Grow Space stehen würden, um Inspiration zu erlangen, die auch anwendbar ist. Das heißt unter anderem ähnliche Pflanzenarten, dieselben Bodenstrukturen oder Lichtverhältnisse. Für diese Maßnahme müsste ein Matchmaking-Algorithmus entwickelt werden, welche Grow Spaces basierend auf ihren Attributen zusammenbringt.

Bei der Analyse des Konkurrenten Gardentags haben wir herausgefunden, dass diese im On-Boarding einen Fragebogen nutzen, um die Interessen der Benutzer:innen identifizieren und dementsprechend den Content zu beeinflussen. Dieses Prinzip des Fragebogens würde auch für Grow Up einen Mehrwert bieten. In unserem Falle bietet der Fragebogen den Zweck, den aktuellen Wissensstand und mögliche Experten zu identifizieren. Verifizierte Personen erhalten dann bereits unmittelbar nach Registrierung das Experten-Abzeichen. In Kombination mit der Validierung der Bewertung wäre es möglich, das Abzeichen bei den Benutzer:innen, die trotz der Ergebnisse im Fragebogen keine hilfreichen Bewertungen abgeben, wieder zu entfernen. Dadurch wäre es mehrfach abgesichert, dass nur Personen das Abzeichen erhalten, die durch ihr Wissen die Community unterstützen.

Do it if/when there’s time (Low Effort - Low Value)

Durch die Interviews sind wir darauf aufmerksam geworden, dass es viele Hobbygärtner*innen gibt, die sich nicht gerne in Gruppen austauschen. Um auch diesen entgegenzukommen, wäre eine Maßnahme, Community-Regeln auszuarbeiten. Durch die Regeln soll sichergestellt, dass in der Community ein ungezwungener und respektvoller Austausch stattfindet. Die Benutzer:innen sollen sich wohl in der App-Umgebung fühlen und nicht den Zwang haben, Bewertungen zu schreiben oder zu erhalten, wenn sie das nicht möchten.

Don’t do it (High Effort - Low Value)

Maßnahmen, die nicht im Rahmen des MVP’s sind, ist die Kennzeichnung von Experten mit ihrem spezifischen Fachbereich und ein persönlicher Feed. So wie sich die Grow Spaces unterscheiden, so sind auch die Fachbereiche rund um das Thema Garten sehr divers aufgestellt. Haben Benutzer:innen nun spezifische berufliche Erfahrung in diesem Gebiet, so würde eine Kennzeichnung das Experten-Abzeichen erweitert und mehr Transparenz in den Bewertungen schaffen. Allerdings müsste die berufliche Erfahrung anhand Zertifikaten oder anderen Dokumenten individuell durch Mitarbeiter*innen geprüft werden, um keine falschen Angaben zuzulassen. Ebenfalls sehr aufwändig ist die Implementierung eines Feeds. Dies ist zwar ein Feature, welches die Konkurrenz bereits integriert hat, allerdings würde es auch viele konzeptionelle Überlegungen mit sich bringen. Es muss entschieden werden, welcher Content im Feed zu sehen ist, welche Interaktionen möglich sind und wie Beiträge reingestellt werden können. Bei diesen zwei Maßnahmen sehen wir das Ausmaß an Wert zu gering und den Aufwand zu groß an.