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Leitfaden
Die Fragen für die Interviews orientieren sich an den Fragen der vorher durchgeführten Umfrage. Doch im Vergleich zur der Umfrage wurden sie für die Interviews offener formuliert. In Bezug auf die Struktur des Interviews haben wir uns für ein semistrukturiertes Interview entschieden. Demnach wurde der Leitfaden so aufbereitet, dass die Fragen keinen festen Ablauf vorgeben, sondern lediglich ein Rahmen, an denen sich der Interviewer orientieren konnte. Der Leitfaden unterteilte sich wie die Umfrage in die Bereiche: Allgemein, Aktivitäten beim Gärtnern, Kenntnisse & Wissenstand, naturnahe Gestaltung, Austausch, Inspiration, Vereine und digitale Unterstützung. Insgesamt umfasste der Leitfaden 33 Fragen; allerdings haben sich einige Frage ergänzt und mussten nicht explizit gestellt werden.
Dieser Link führt zum Interviewleitfaden
Vorgehen
Begonnen wurde mit einer Einführung in das Projekt und in welchem Rahmen dieses Interview stattfindet. Weiter wurden die personenbezogenen Daten wie Alter, Geschlecht und Wohnort erhoben. Vor dem eigentlichen Interview wurde mit einem Screener herausgefunden, ob die Person Teil unserer Zielgruppe ist oder nicht. Dieser Screener war so aufgebaut wie die Einstiegfragen der Umfrage. Die durchschnittliche Dauer eines Interview lag bei 45 Minuten.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der geführten Interviews zusammengefasst.
Interview Bernd
Dieser Link führt zu den Mitschriften für das Interview mit Bernd
Einer von zwei Interviewee war Bernd Koch. Er ist 57 Jahre alt und wohnt in einer Wohnsiedlung in einer Vorstadt. Hier besitzt er einen Garten, sowie einen Vorgarten. Sein Interesse zum Gärtnern folgt aus seiner Ausbildung als Florist; er kann mittlerweile auf 50 Jahre Erfahrung im Bereich Gärtnern zurückblicken und lässt sich dadurch im Rahmen von Grow Up als Experte ansehen. Für ihn stellen insbesondere der Anbau und das Wachstum der Pflanzen eine große Motivation für sein Hobby dar. Sein Ziel ist es, dass seine Pflanzen möglichst viele Jahre blühen, um so eine Entwicklung und Fortschritt im Garten sehen zu können.
Die Aktivitäten aus der Umfrage sieht er als Grundlagen, denen alle Hobbygärtner*innen nachgehen sollten. Eine besondere Schwierigkeit beim Gärtnern sieht er unter anderem bei Ungeziefer; gerade Schnecken stellen auch für ihn immer wieder ein Problem dar.
Um sich zu informieren vertraut er auf den Fachhandel, sieht aber auch hier in den letzten Jahren immer weniger kompetente Mitarbeiter*innen, insbesondere bei Baumärkten und großen Gartencentern.
Der wissenschaftliche Bereich, in welchem gegen bestimmte, für Pflanzen schädliche, Pilzsorten, ein Gegenmittel entwickelt wird, sieht er als wichtig an und würde sich hier für eine Einbindung in die Anwendung aussprechen.
Ebenfalls interessant findet er es, wenn Onlineanbieter auf häufige Probleme bei bestimmten Pflanzenarten aufmerksam machen und mit dem passendem Experte Rat verbinden. Für Bernd sind vor allem FAQ's der Fachhändler zu Pflanzenarten auf deren Onlinewebseiten interessant, da er dort direkt passende Hilfestellungen zu den Pflanzen findet und nicht akribisch im Internet suchen muss.
Da auch er online nach Lösungen sucht, wäre auch er bereit sein Wissen online mit anderen zu teilen und anzubieten, da dies für ihn einen Mehrwert darstellt, solange er nicht von Anfragen überschwemmt wird.
Er macht deutlich, dass er einen Unterschied zwischen dem Wissen über Pflanzen und dem Gärtnern sieht. Er selbst sieht seinen Schwerpunkt im Bereich der Pflanzenpflege, aber nicht im Gartenbau. Aus seiner beruflichen Erfahrung, weiß Bernd, dass es nicht den einen Experten für den Garten gibt, sondern viele Teilbereiche wie Wasserpflanzen, Großgewächse oder Sträucher. Sein Wissen über Pflanzen sieht er, auf einer Skala von 1-10, bei einer 8. Im Bereich Gärtnern schätzt er sein Wissen auf eine 5, da dieser Bereich ebenfalls sehr breit gefächert ist und es sehr viele verschiedenen spezialisierte Fachgebiete gibt.
In Betracht der naturnahen Gestaltung ist es ihm besonders wichtig, auf Pestizide zu verzichten, keine Steingärten anzulegen und lokale Pflanzenarten zu verwenden. Hier legt er vor allem Wert darauf, auf die Bienen Acht zu geben.
Bei seinem Hobby setzt er weniger auf den Austausch mit anderen, da ihm hierfür die Zeit wie auch mögliche Kontaktpunkte fehlen.
Inspiration sucht er ab und zu mit einen Blick in andere Gärten der Nachbarschaft, um neue Eindrücke zu sammeln. Aber auch online recherchiert er gerne, da hier viele Möglichkeiten angeboten werden.
Bernd ist in keinem Verein tätig und hat auch kein Interesse dazu. Weiteres dazu erläutert er nicht.
Im digitalen Bereich nutzt er vor allem die „ToomGarten“ App. Hiermit hat er bereits viel Erfahrung und erhält regelmäßig Tipps und Informationen zu neuen Pflanzenarten. An dem Konzept von Grow Up findet er besonders den Communityaspekt interessant und die Teilnahme von Experten, da er die Relevanz von Tipps und Tricks in den Bereichen Gärtnern und Pflanzen erkennt.
Interview Renate
Dieser Link führt zu dem Transskript zu dem Interview mit Renate
Unsere zweite Interviewee war Renate. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im ländlichen Raum und besitzt einen großen Garten, einen Balkon und eine Terasse. Schon während der Schulzeit hat sie sich sehr für Pflanzen interessiert und aufgrunddessen auch eine Ausbildung als Zierpflanzengärtnerin begonnen. In Betracht dessen bringt sie bereits Interesse und Vorwissen im Bereich Garten und Pflanzen mit. Hierbei gilt es für sie, ebenso wie bei Bernd, zwischen den verschiedenen Fachbereichen des Gärtnerns, wie Obstbauer, Friedhofsgärtner, Gemüsegärtner und andere, zu unterscheiden.
Ihr Interesse an Pflanzen besteht seit ihrer frühen Jugend. Bereits damals hatte sie ihr Zimmer mit vielen Pflanzen gestaltet und sich für ihr Wachstum interessiert. Weiter sagt sie, dass Pflanzen eine schöne Atmosphäre schaffen und beruhigend auf sie wirken.
Beruflich arbeitet sie nicht mehr in dem Bereich des Zielpflanzengärtnerns, geht der Tätigkeit aber privat im eigenen Garten immer noch nach. Vor einigen Jahren haben sie und ihr Mann begonnen den gemeinsamen Garten zu gestalten. Hierbei legen sie Wert auf die Naturnähe; dies liegt vorallem auch daran, dass ihr Mann Winzer ist und somit bereits einen Bezug zu Natur und Naturprodukten hat.
Ihr Wissen über Pflanzen und Gärtnern schätzt sie, auf einer Skala von 1-10, bei einer 6 ein. Das begründet Renate damit, dass sie gerade im Bereich Gemüsepflanzen immer nur dasselbe anpflanzt und ihr somit viel Wissen und Erfahrung über die Bedingungen vieler, anderer Pflanzen fehlt. Die Informationen und das Wissen, was sie hat, beschränkt sich auf die Bedingungen ihres eigenen Gartens. Weiter sagt sie, dass der Zierpflanzenbereich nur bedingt mit dem Gärtnern an sich zu tun hat, da in diesem mehr mit Kulturpflanzen gearbeitet wird und die meisten Hobbygärtner mehr Wissen über lokale Pflanzen mitbringen.
Die meisten Informationen bezieht Renate aus einer Auswahl an Fachbücher, die sie besitzt. Wenn sie dort nicht die gewünschten Informationen findet, sucht sie im Internet oder lässt sich im direkten Austausch in einer Gärtnerei oder anderen Fachhandel beraten. An manchen Tagen geht sie auch in Baumärkte, um sich dort einen Überblick über die Pflanzenarten zu verschaffen, die für sie infrage kommen würden. Social Media Anwendungen nutzt sie für ihre Informationsbeschaffen nicht.
Neben ihrem Garten besitzt Renate noch einen Balkon und eine Terrasse, auf denen sie Kübelpflanzen wie ein Zitronenbäumchen oder ein Marillenbäumchen besitzt. Bei dem Kauf von neuen Pflanuen legt sie, insbesondere auf ihren Balkon, Wert darauf, wie die Pflanzen mit ihren Blüten farblich zueinander passen. Auch, dass es hängende und stehende Pflanzen gibt und somit verschiedenen Ebenen abgedeckt werden, ist für sie von Bedeutung. In ihrem Garten betrachtet sie zuerst den zukünftigen Standort der neuen Pflanze und wie an dieser Stelle die Bodenbeschaffenheit ist. Zudem achtet sie bei dem Kauf neuer Pflanzen vor allem darauf, dass es sich um regionale Pflanzen handelt, mit denen Insekten und Tiere etwas anfangen können. Hier legt sie ihren Fokus besonders auf Insekten und darauf, ihnen Bestäubungsmöglichkeiten zu bieten. Denn leider fehlt es in ihrem Garten an Sträuchern und Bäumen, um ausreichend Nistmöglichkeiten für andere Tiere zu bieten.
Dennoch schätzt sie ihr Wissen bei der naturnahen Gestaltung nicht höher als eine 6 ein. Das begründet sie vor allem mit der unterschiedlichen Beschaffenheit von Gärten. Eine Person, die unter anderem Obstbäume pflanzen kann, hat bereits ganz andere Möglichkeiten als sie.
Gerade die Beschaffenheit des Bodens sieht sie als großes Problem in ihrem Garten. Dieser ist sehr lehmig und wodurch sie sehr auf bestimmte Pflanzenarten beschränkt ist; nicht jede Pflanze kommt damit zurecht. Allerdings sieht sie auch einen Vorteil des Lehmbodens. Der lehmhaltige Boden ist oft mit Moos bedeckt und ,insbesondere nach langen Wärmeperioden im Sommer, hilft dieses, das Wasser im Boden zu speichern und somit den Rasen lange grün zu halten.
Ein weiteres Problem sieht sie bei den Läusen an ihren Rosen. Wenn hierbei die Hausmittel nicht helfen, greift sie auch schon einmal zu härteren Mitteln.
Des Weiteren hat sie eher weniger Probleme in ihrem Garten. Denn vor allem bei Gemüsepflanzen achtet die darauf, bestimmte Kulturarbeiten zu übernehmen und somit präventiv gegen Schädlinge vorzugehen.
Ihr Austausch über Pflanzen mit anderen Personen beschränkt sich weitgehend auf Freunde und Familie, die dieselben Pflanzen und dadurch auch die gleichen Probleme haben.
Inspiration findet sie online, bei Freunden oder bei Events wie dem Tag der offenen Gärten. Bei diesem Event öffnen verschiedene Personen ihre Gärten für Fremde, um sich diese anzuschauen. Dies umfasst vorrangig Gärten mit besonderen Eigenschaften wie verwunschene Gärten mit vielen Obstbäumen, unordentliche, sehr naturbelassene oder auch mediterrane Gärten.
Auch wenn sie bei solchen Events Inspiration gefunden hat, ist sie kein Mitglied in einem Verein und hat auch kein Interesse daran. Sie spricht das Fachsimpeln in den Gruppen nicht an und sie hat auch nicht das Gefühl spezifisches Wissen beitragen zu können. Auch von Foren hält sie nicht viel, da sie mit einem spezifischen Problem lieber zum Fachhandel gehen würde.
Die Idee unserer Anwendung würde sie vielleicht in Betracht ziehen, um sich Anregungen zu holen. Allerdings würde sie eine Anwendung, die ihr sagt, zu welcher Jahreszeit was angepflanzt werden soll und wann diese zum Beispiel beschnitten werden müssen, besser gefallen. Mehr zusagen würde ihr die Idee, wenn der Fokus auf naturnahe Gestaltung liegen würde, da dies ein gebündeltes Thema wäre. Vor allem Tipps und Informationen zur insektenfreundlichen Schädlingsbekämpfung würden sie freuen.