Defining the Initial Value Proposition - oliverbra/Projekt1_HCI_TeamCMTO GitHub Wiki
Während wir in Projekt I die Value Proposition bereits grob formuliert haben, wurde uns durch die Auseinandersetzung mit der Literatur von Jamie Levy klar, dass die bisherige Definition nicht ausreichend war. Dementsprechend haben wir uns als Verwertung des gesamten Projekts in Projekt 3 eine Redefinition unserer Value Proposition in fünf Schritten vorgenommen.
Zu Beginn der Redefinition haben wir unsere primären Kundensegmente definiert. Für jedes dieser Segmente wurden anschließend deren größte Probleme identifiziert. Anhand dieser Erkenntnisse haben wir Personas erstellt, mit denen wir die Bedürfnisse unserer Nutzenden abbilden konnten. Durch Befragungen mit Nutzenden, die zu den erstellten Personas passen, haben wir die Annahmen zu den größten Problemen unserer Kundensegmente bestätigt oder widerlegt. Zum Abschluss wurde die initiale Value Proposition durch die gewonnenen Erkenntnisse neu bewertet und verfeinert.
1. Primäre Kundensegmente definieren
Die von uns definierten Customer Segments basieren speziell auf dem MVP aus Projekt II. Insgesamt ergaben sich dadurch drei verschiedene Segmente. Das sind:
Einzelpersonen mit Interesse und / oder Platz für Pflanzen und / oder Interesse an Umweltfreundlichkeit
Sie sind zwischen 20 und 70 Jahren alt, leben in der Stadt, der Vorstadt oder auf dem Land, besitzen einen Garten, Balkon oder Terrasse, auf der sie Pflanzen anbauen und haben ein generelles Interesse am Gärtnern. Ihre Fähigkeiten in dem Bereich reichen von Novize bis Fortgeschrittene. Ihre Bedürfnisse sind, dass sie nur Pflanzen anpflanzen, die zu ihren GS passen, um diese gesund zu halten und ihre nahe Umwelt zu fördern. Zudem möchten sie sich im Umgang und mit der Pflege ihrerer Pflanzen weiterbilden und sich mit anderen über diese ausstauschen. Diese Bedürfnisse entstehen vorallem daraus, das dem Kundensegment allgemein nötiges Wissen zum Umgang mit ihren Pflanzen fehlt. Je nach ihrer Situation haben sie nicht die Möglichkeit sich auszutauschen oder Inspiration für ihren GS zu sammeln. Zudem bietet die Betrachtung anderer Gärten und Balkonen nur eine oberflächliche Inspiration, die nicht einfach angewandt werden kann, da wichtige Informationen, wie Art der Pflanzen und deren Bedürfnisse oft unbekannt sind.
Communitys / Gruppen mit Interesse und Platz für Pflanzen und /oder Interesse an Umweltfreundlichkeit
Hierbei handelt es sich um Gruppen von Personen, die zwischen 20 und 70 Jahren alt sind, in der Stadt, Vorstadt oder auf dem Land leben, einen Garten, Balkon oder Terrasse besitzen, auf der sie Pflanzen anbauen und ein generelles Interesse am Gärtnern besitzen. Ihre Fähigkeiten reichen ebenfalls von Novize bis Fortgeschritten. Im Gegensatz zu den Einzelpersonen, haben Communities und Gruppen andere Bedürfnisse und Pain Points. Ihnen geht es vorallem um den Austausch untereinander und darum neue Mitglieder in ihrer Gruppe begrüßen zu können. Dabei fehlt ihnen aber ein Medium zum Austausch und der Zugang zu potentiellen Mitgliedern. Neben dem Austausch ist ihnen aber auch die Gesundheit ihrer Pflanzen und Wissen dazu wichtig.
Einzelpersonen mit Wissen über Pflanzen und naturnahes Gärtnern
Wie die Einzelpersonen mit Interesse, sind Einzelpersonen mit Wissen zwischen 20 und 70 Jahren alt, leben in der Stadt, der Vorstadt oder auf dem Land, besitzen einen Garten, Balkon oder Terrasse, auf der sie Pflanzen anbauen. Dafür sind sie Hobbygärtner*innen mit reicher Erfahrung oder Experten auf dem Gebiet der Pflanzen und des naturnahen Gärtnerns. Neben den Gärtnern ist ihnen aber auch die Förderung der Umwelt und deren Schutz wichtig. Ihre Bedürfnisse sind es mit anderen in Austausch treten zu können um ihnen ihr Wissen mitzuteilen oder Hilfe anzubieten. Dafür benötigen sie Zugang zu Personen, die Unterstützung benötigen. Zudem möchten sie wissen, ob ihre Tipps angewandt und korrekt umgesetzt werden.
Bei all den Kundensegmenten ist zu beachten, dass deren Demografie bewusst grob gehalten wurde, da sich potenziell jede Altersgruppe für das System interessieren kann. Zudem wurden Funktionen, die das Segment der Einzelpersonen mit Wissen über Pflanzen und naturnahes Gärtnern betreffen, im MVP vorerst nicht behandelt. Dennoch sind diese Personen von Relevanz, damit das Konzept funktioniert.
2. Das größte Problem dieser Kundensegmente identifizieren
Nachdem wir unsere Kundensegmente festgelegt hatten, haben wir aus ihren Needs & Pain Points die größten Probleme herausgefiltert. Dazu haben wir zunächst die Probleme mit den meisten Schnittmengen zwischen den Nutzergruppen ausgewählt und anschließend diese in eine einzelne prägnante Problemstellung umzuformulieren: die größten Probleme dieser Segmente sind die begrenzte Informationsmenge, die sie zu anderen, realen GS erhalten können, dass die Inspiration von GS, die auf Social Media geteilt werden, oft nicht verwertet werden kann, da diese gestellt und künstlich wirken und, dass ein allgemeines Unwissen zu der umweltgerechten Bepflanzung besteht. Zudem sind im Bereich des Gärtnerns Erfolge nur langsam sichtbar, dafür Rückschläge umso schneller. Anhand dieser Probleme formulierten wir folgendes Problem Statement:
"Personen, die sich für Pflanzen interessieren oder mit Pflanzen die Umwelt fördern möchten, haben nur einen begrenzten Zugang zu GS von anderen Hobbygärtner*innen, um sich in ihrem Wissen weiterzubilden, auszutauschen oder Inspiration für den eigenen, heimischen GS zu sammeln und individuelle Probleme in diesem zu lösen. Zudem können Wissenslücken zu einer umweltgerechten Begrünung mehr Schaden anrichten als Nutzen, indem lokale Beschaffenheiten von Flora und Faune unwissend missachtet werden und die Bepflanzung der Umwelt eher zulasten fällt, als diese zu fördern.. Hinzu kommt, der begrenzte Zugang zu Experten:innen und anderen Hobbygärtner:innen, welche eine Wissenserweiterung, Austausch und Inspiration durch das Darstellen ihrer Gärten bieten. Dadurch kann die Motivation fehlen, ein Bepflanzungsprojekt zu beginnen, oder weiterzuführen, falls Fehlschläge durch gemachte Fehler den erzielten Fortschritt zunichtemachen."
Im Gegensatz zu dem Nutzungsproblem aus Projekt I bezieht sich dieses Problem Statement viel mehr auf Nutzende, die in ihren GS Hobbys nachgehen oder arbeiten. In Projekt I stand der Fokus mehr auf der Umwelt an sich und wie diese gefördert werden kann. Im Rahmen der UX Strategy ist es aber wichtig den Fokus auf die Nutzenden zu richten, um ein System zu entwickeln, dass ihren Bedürfnissen gerecht wird und so zu einem Erfolg werden kann.
3. Erstellen von Personas basierend auf den vorherigen Annahmen
Basierend auf dem Anahmen zu unseren Kundensegmenten und zu derenn Bedürfnissen und Problemen haben wir verschiedene Personas erstellt. Dabei wurde für jedes Kundensegment zwei Personas gestaltet. Zusätzlich wurde in Bezug auf Projekt I eine weitere Persona erstellt, die sich besonders für die Umwelt einsetz. Auch wenn im Verlauf der UX Strategy eine Verschiebung des Fokus stattfindet sollte die ursprüngliche Idee des Projekts nicht außer acht gelassen werden. Jede Persona wird dabei durch eine Beschäftigungsbezeichnung und einen Namen charackterisiert. Eine detailierte Beschreibung der Persona und ihrer Wohnsituation verleit ihr Tiefe und macht sie nahbarer. Durch die Beschreibung ihres Verhaltens sowie Bedürfnissen und Zielen soll sie an reale Personen angenährt werden und in der Lage sein sie zu beschreiben.
Detaillierte Informationen zu den erstellten Personas können hier gefunden werden.
4. Kundenbefragung durchführen, um die Annahmen und das größte Problem zu bestätigen oder widerlegen
Um die Annahmen zu unseren Kundensegmenten zu bestätigen oder zu widerlegen, ist es notwendig reale potenzielle Nutzende zu unserem Konzept zu Befragen. Nur so können wir auf deren reale Probleme und Bedürfnisse aufmerksam werden. Durch die Befragung können wir ebenso auf neue Sachverhalte aufmerksam werden und die Generierung von Ideen gefördert werden. Für die Kundenbefragung ist es essentiell Personen zu finden, die zu den erstellten Personas passen. Hierbei hat sich für uns die Frage gestellt, wo wir diese Personen finden und wie wir sie ansprechen können. Zum Zeitpunkt der Kundenbefragung war es uns aber aufgrund der damaligen Infektionslage nicht möglich aktiv auf Personen zuzugehen und diese anzusprechen. Deswegen haben wir uns für die Durchführung einer quantitativen Online-Umfrage und von qualitativen Online-Interviews entschieden.
Die folgenden Seiten behandeln die Planung, Durchführung und Auswertung der Kundenbefragung:
Vorgehen User Research
Umfrage
Interviews
Umfassende Auswertung
5. Die VP anhand der Ergebnisse neu bewerten und definieren
Die Erkenntnisse der User Research müssen nun auf unsere initialen Annahmen zu den Kundensegmenten, deren Problemen und den darauf basierten Personas angwandt werden. Daraus ergibt sich, dass diverse neue Erkenntnisse in die bestehenden Segmente und Personas eingearbeitet wurden, aber auch bisherige Annahmen entfernt wurden, da sie nicht bestätigt werden konnten. Andere Annahmen konnten wiederum bestätigt werden und zeigen, dass die initiallen Überlegungen zu dem Konzept und den MVP korrekt waren.
Alle Anpassungen in den Schritten 1 bis 3, die auf Basis der User Research vorgenommen wurden, können über diesen Link gefunden werden. Aus dieser Überarbeitung ergibt sich unsere finale Value Proposition, an der sich der weitere Verlauf und eine mögliche Fortführung des Projekts orientiert.
Value Proposition
Die schlussendliche Value Proposition bezieht sich auf Probleme, die alle Cusomer Segments betreffen; mangelnde Inspiration zur Gestaltung des eigenen individuellen GS, fehlendes Wissen bei der Anplfanzung und Pflege von Pflanzen und die fehlende Möglichkeit das eigene Wissen weiterzugeben, um somit einen Beitrag zur Förderung der Umwelt zuleisten. Durch die vorgenommen Forschung und Befragung potentieller Nutzenden konnten diese Probleme als valide identifziert werden und die Erkenntniss erlangt werden, dass deren Lösung der Zielgruppe Freude und Erleichterung bringt. Mit dem Fokus auf diese Probleme kann GrowUp zu einem erfolgreichen System werden.
GrowUp hilft Hobbygärtner*innen bei der Suche von Inspiration und Problemlösungen für den eigenen, individuellen Grow Space durch das Zusammenbringen von Grow Spaces innerhalb einer Community.