Kostal Plenticore - evcc-io/evcc GitHub Wiki
Netzladung der Hausbatterie
Ein anderes "Kostal Plenticore"-Template übernimmt die Funktionen Batteriesperre und Netzladung, siehe auch:
https://docs.evcc.io/docs/devices/meters#plenticore-hybrid-inkl-netzladung-der-hausbatterie
Grundsätzliches Funktionsprinzip der Batterieladung
Die Netzladefunktion bei Kostal Wechselrichtern arbeitet nach folgendem Prinzip:
- evcc gibt via Modbus einen Prozentwert für die maximale Wirkleistung vor, mit der die Batterie geladen wird. Dies führt zur Ladung der Batterie mit der technisch maximal erlaubten Wirkleistung, abhängig vom Ausbau der Batterie (Anzahl der Einheiten) und Leistung des Wechselrichters.
- Nach Beenden der Ladung beschreibt evcc keine Register des Wechselrichters mehr. Ein Watchdog des Wechselrichters führt nach Ablauf dazu, dass die interne Regelung des Wechselrichters wieder übernimmt und eine entsprechende passende Leistung abgegeben wird.
Hierbei ist wichtig, dass kein anderes System schreibend auf den Wechselrichter zugreift:
- Sollte ein anderes System auch in die von evcc beschriebenen Register schreiben, ist keine eindeutige Regelung mehr gegeben und die regelnden Systeme arbeiten ggf. gegeneinander.
- Bei schreibendem Zugriff auf andere Register der externen Batteriesteuerung wird ggf. auch verhindert, dass die interne Regelung übernimmt. Die Entladeleistung der Batterie würde nicht auf den aktuellen Bedarf geregelt, da die externe Steuerung aktiv bleibt.
Probleme bei Wechselrichtern älterer Generationen
Leider haben bisherigen Rückmeldungen gezeigt, dass genau dies bei manchen Wechselrichtern älterer Generation nicht funktioniert. Es wird aktuell davon ausgegangen, dass nur der Hersteller Abhilfe schaffen kann. Betroffen sind wenige, aber nicht alle G1 Hybrid-Wechselrichter. Eine genaue Identifizierung war bisher nicht möglich.
Jeder Kunde sollte dazu bei Bedarf den Herstellersupport nutzen und eng mit dem Installateur (Garantie) abstimmen! Nutzt dann bitte das Stichwort "Modbus Timeout EVCC", aber bitte erst nachdem alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden (Konfigurationsfehler, etc.)!
Grundsätzlich ist das Template kostal-plenticore-gen2 für alle Kostal Plenticore Wechselrichter (G1/G2/G3) anwendbar. Anhand der Informationen auf der Webseite des Wechselrichters können die Details abgelesen werden
http://wechselrichter-ip/de-de/#/info:
Die Softwareversionen repräsentieren dabei den Wechselrichter-Typ (ohne Gewähr!):
- G1: 01.x
- G2: 02.x
- G3: 03.x
Durch die Auswahl des entsprechenden Templates kann die Netzladefunktion verwendet werden, die Ladeleistung ist eine notwendige Angabe (maxchargepower), z.B. 4200. Sie hängt von der Hardwarekonfiguration ab und lässt sich in den Datenblättern oder Register 1038 des Wechselrichters ablesen. Optional werden neuerdings auch Vorschlagswerte dargestellt.
Bei Nutzung des kostal-plenticore-Templates ist nur die Batteriesperre möglich (keine Netzladung!). Die Aufspaltung in zwei Templates ist derzeit ein notwendiger Kompromiss. Die Ursachen sind bisher nicht bekannt.
In einer UI basierten Batterie-Konfiguration heißt das Template Plenticore Hybrid, inkl. Netzladung der Hausbatterie und muss ggf. anstelle des vorherigen Templates eingerichtet werden. Die Einstellung im UI hat Priorität vor der Konfiguration in der evcc.yaml. Hierbei auf Eindeutigkeit achten, eine Batterie sollte auch nur einmal konfiguriert werden!
Generelle Voraussetzungen:
- Prüfen, ob die externe Modbussteuerung aktiviert ist (Handwerkerzugang!)
- Watchdog prüfen - in der
evcc.yamlbzw. im UI passend zur Einstellung am Wechselrichter einstellen (z.B. 60s):
http://wechselrichter-ip/de-de/#/service/battery
-
das Template für die Netzladung konfigurieren: kostal-plenticore-gen2 (siehe Link oben)
-
bei Bedarf Batteriesperre und die Netzladungsfunktion in evcc aktivieren
- Konfiguration - Hausbatterie - "Verhindere Entladung im Schnell-Modus und bei geplantem Laden."
Nach der Konfiguration
Prüfen, ob:
- die Netzladung (Netzladungskosten setzen; Batteriemodus "charge") oder Batteriesperre (Ladepunkt: aktiv, schnell; Batteriemodus "hold")
- während der Netzladung prüfen, ob aus dem Netz in die Batterie gespeichert wird (nach wenigen Minuten bis zum Maximalwert)
Der Start der Ladung kann etwas Zeit in Anspruch nehmen!
Nach der Netzladung
Z.B. nach wenigen Minuten zur Probe (Batteriemodus war "charge"):
- prüfen, ob die Entladungsleistung der Batterie wieder zum benötigten Strombedarf passt und der Netzbezug vermieden wird
Nachdem evcc in den Batteriemodus "normal" umgeschaltet hat, verringert sich die Ladeleistung langsam, bis nach wenigen Minuten die Entladung wieder startet.
Fehlersuche
Achtung: Sollte der Netzbezug nach Batteriesperre oder Netzladung nicht ausgeglichen werden, funktioniert die Umschaltung des Wechselrichters in die interne Batteriesteuerung nicht und es sollte auf das andere Template kostal-plenticore (ohne Netzladung) zurückgestellt werden!
Um die Entladungsleistung wiederherzustellen, ist eine Umschaltung in den Modus "interne Batteriesteuerung" kurzzeitig, bzw. ein Neustart des Wechselrichters, notwendig.
Für eine Analyse sind die Modbus-Register 1042 (minsoc) bzw. 1034/1040 (absolute Batterie-/Entladeleistung) interessant. Die Schutzfunktion des Wechselrichters erhöht im Winter ggf. dynamisch den Mindestladestand der Hausbatterie, um einen kritischen Ladezustand und häufige Zwangsladung zu vermeiden.
Die Netzladefunktion lässt sich auch manuell über die Kommandozeile von evcc anstarten. Folgender Befehl lädt die Batterie für 30s:
sudo evcc -c /etc/evcc.yaml -l trace meter battery1 -b charge -w 30s
Die weiteren Batteriemodus können mit normal oder hold eingestellt werden.
Inzwischen ist der Batteriemodus auch über die REST-API (oder MQTT) steuerbar, d.h. eine externe Automatisierung kann evcc den Batteriemodus extern vorgeben (siehe Doku batterymode).
Ab dem Release 0.210.3 bzw. 0.211.2 wird nicht mehr das relative Laderegister 1024 auf 0% (hold) bzw. 100% (charge) gesetzt, sondern die absolute Batterieleistung in Register 1034 (charge), bzw. Entladeleistung in Register 1040 (hold). In der Konfiguration ist jetzt der maxchargepower Parameter notwendig und sollte auf einen passenden positiven Wert entsprechend möglichen Batterieleistung gesetzt werden (siehe Vorschlagsliste optionaler Parameter).
Die Netzladung funktioniert erst wieder, nachdem die nötige Angabe gemacht wurde (breaking change). Bitte die Datenblätter prüfen. Die Werte stehen auch im Register 1038 (max. Ladeleistung).
Damit der Wechsel der Batteriemodus mit dem Plenticore zwischen "normal", "charge" und "hold" erfolgreich ist, entsteht bei Bedarf ein entsprechender Übergangszeitraum der Umschaltung (PR#26972).
PS: in der Diskussion #16965 und weiteren lohnt sich das Nachschlagen - und auch die Lifehacks sind einen Blick wert!